Zum Hauptinhalt springen

Ausgabe Oktober 2026

Wann Retail Media Paid Social schlägt

Retail Media und Paid Social beantworten unterschiedliche Fragen. Eine Sponsored-Product-Anzeige erreicht Käufer, die bei einem Händler bereits nach der Kategorie suchen. Eine Social-Anzeige muss den Wunsch erst wecken, bevor sie verkaufen kann. Retail Media gewinnt meist bei Nachkauf- und Vergleichskategorien, deren Produkte bereits gelistet, vorrätig und in der Buy Box sind. Social gewinnt meist bei neuen, visuellen oder erklärungsbedürftigen Produkten, nach denen Käufer noch nicht namentlich suchen. Vergleichen Sie beide Kanäle anhand des Deckungsbeitrags nach den Händlergebühren statt anhand des gemeldeten ROAS.

Zentrale Ergebnisse

  1. 1

    Walmart Sponsored Search für Marketplace-Verkäufer wird pro Klick abgerechnet, ohne Einrichtungs- oder Monatsgebühr, und umfasst Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Videos.

    Dokumentiert: offizielle Quelle. Geltungsbereich: Werbeseite des Walmart Marketplace in der veröffentlichten Fassung, Stand . [1]

  2. 2

    Laut Walmarts eigenem Leitfaden müssen beworbene Artikel vorrätig sein und die Buy Box gewinnen, damit Sponsored-Products-Anzeigen ausgespielt werden. Der Leitfaden stammt aus dem Jahr 2020, die aktuellen Voraussetzungen sollten daher im Hilfecenter für Werbetreibende geprüft werden.

    Dokumentiert: offizielle Quelle. Geltungsbereich: Einsteigerleitfaden von Walmart Connect (2020), Stand . [2]

  3. 3

    Amazon Sponsored Products werden pro Klick eingekauft und erfordern ein berechtigtes Listing, was den Kanal an die Katalogreife bindet.

    Dokumentiert: offizielle Quelle. Geltungsbereich: Seite zu Sponsored Products bei Amazon Ads, Stand . [3]

  4. 4

    In unserem Beispielmodell erzielt ein Nachkaufprodukt über Retail Media 7,50 pro Bestellung gegenüber 4,60 über Paid Social mit Verweis auf den eigenen Shop, bis die Social-Werbekosten pro Bestellung unter 6,10 fallen.

    Beispielmodell, kein Benchmark. Geltungsbereich: Rechenmodell von FOCUSADS mit gekennzeichneten Annahmen, kein Benchmark, Stand

  5. 5

    Die Retail-Media-Richtlinien von IAB/MRC und der IAB-Leitfaden zur Inkrementalität liefern das Vokabular, um Netzwerke zu fragen, wie Umsätze zugeordnet werden und ob Tests mit Kontrollgruppe angeboten werden.

    Sekundärquelle. Geltungsbereich: In den USA entwickelte Branchenrichtlinien, die international genutzt werden, Stand . [4]

Methode und Grenzen
Fragestellung
Bei welchen Produktkategorien sollte ein Anbieter Budget von Paid Social zu Retail Media verlagern, und wie sollte die Umstellung getestet werden?
Zielgruppe
E-Commerce- und Markenverantwortliche, die sowohl über den eigenen Shop als auch über grosse Händler oder Marktplätze verkaufen.
Anstehende Entscheidung
Wie das Budget des nächsten Quartals je Produktlinie zwischen Händleranzeigen und Paid Social aufgeteilt werden sollte.
Quellen
Seiten und Leitfäden für Werbetreibende von Walmart Connect und Amazon Ads, die Retail-Media-Richtlinien von IAB/MRC, der IAB-Leitfaden zur Inkrementalität und Metas Dokumentation zu den Attributionseinstellungen.
Zeitraum
Dokumentation in der am 17. Oktober 2026 veröffentlichten Fassung.
Märkte
Beispiele aus den USA; die Methode gilt für jeden Händler, der Anzeigen verkauft und Umsätze ausweist.
Definitionen
  • Suchgetriebene Kategorie: Käufer geben vor dem Kauf die Kategorie oder Marke in die Suche des Händlers ein (Batterien, Filter, Tiernahrung, Ersatzteile).
  • Entdeckungsgetriebene Kategorie: Käufer suchen selten nach dem Produkt, bevor sie es gesehen haben (neue Marken, designorientierte Waren, Geschenke).
  • Deckungsbeitrag pro Bestellung: Preis abzüglich Warenkosten, Händlergebühren, Fulfillment und Werbekosten pro Bestellung.
Grenzen
  • Wir veröffentlichen keine Benchmarks für Kosten pro Klick oder Conversion-Raten; beide schwanken je nach Kategorie und Saison und müssen aus Ihren Konten stammen.
  • Händler und Meta messen Umsätze mit unterschiedlichen Zeitfenstern und Methoden, daher lassen sich ihre gemeldeten Renditen nicht direkt vergleichen.
  • Walmarts Voraussetzungen werden nach einem Leitfaden von 2020 zitiert; prüfen Sie die aktuellen Regeln vor der Planung.

Wo jeder Kanal die Käufer findet

Einschätzung von FOCUSADS

Die Suche eines Händlers sammelt Kaufabsicht, die bereits besteht. Suchen Käufer bei einem Händler nach „HEPA filter 16x25“, liegt der gesponserte Platz neben dieser Suchanfrage nah am Kaufbutton. Paid Social setzt früher an: Es zeigt das Produkt Menschen, die nicht danach gesucht haben, und ist dann darauf angewiesen, dass sie zurückkommen.

Daraus ergibt sich ein einfacher Test. Prüfen Sie, wie oft die Kategorie beim Händler gesucht wird (die meisten Netzwerke zeigen Suchvolumen oder Impression-Anteil in ihrer Konsole). Wird die Kategorie häufig gesucht und ist Ihr Produkt gelistet, sollte Retail Media zuerst getestet werden. Sucht noch niemand danach, muss Social die Nachfrage zuerst aufbauen.

Rechenmodell: Deckungsbeitrag pro Bestellung auf jedem Weg

Beispielmodell, kein Benchmark

Ein Nachkaufprodukt kostet sowohl beim Händler als auch im eigenen Shop der Marke 30. Der Vergleich stützt sich auf den Deckungsbeitrag, nicht auf die gemeldete Rendite.

Beispielhafter Deckungsbeitrag pro Bestellung (Annahmen unten; kein Benchmark)
PositionRetail MediaPaid Social zum eigenen ShopBerechnung
Preis30.0030.00Gleicher Verkaufspreis
Warenkosten9.009.00Annahme
Verkaufsprovision des Händlers oder Zahlungsgebühr4.500.90Annahme: 15 % Provision gegenüber 3 % Zahlungsabwicklung
Fulfillment und Versand5.006.50Annahme
Werbekosten pro Bestellung4.009.00Annahme: CPC ÷ Conversion-Rate auf dem jeweiligen Weg
Deckungsbeitrag pro Bestellung7.504.60Preis abzüglich der vier Kostenpositionen

Annahmen

  • Alle Zahlen sind Platzhalter; verwenden Sie Ihre Gebührenübersicht, Ihre Fulfillment-Kosten und Ihre Kontodaten.
  • Das Modell lässt Wiederholungskäufe ausser Acht. Eine Kundin oder einen Kunden aus dem eigenen Shop können Sie per E-Mail ansprechen, Kunden eines Händlers in der Regel nicht.
  • Fallen die Social-Werbekosten pro Bestellung unter 6,10, erzielt der Weg über den eigenen Shop in diesem Modell mehr pro Bestellung.

Wann Social trotzdem gewinnt

Einschätzung von FOCUSADS

Social sollte Budget behalten, wenn das Produkt gezeigt werden muss, bevor man es versteht, wenn die Marge im eigenen Shop deutlich höher ist als beim Händler oder wenn der Wiederkaufwert eigener Kundschaft hoch ist. Unser Artikel zur Wirtschaftlichkeit von Marktplatz und eigenem Shop rechnet diese Abwägung im Detail durch.

Was wir testen würden, in dieser Reihenfolge

Was wir testen würden, in dieser Reihenfolge
SchrittGemessen anGilt als Erfolg, wenn
Jede Produktlinie anhand von Suchdaten des Händlers und der Suche im eigenen Shop als suchgetrieben oder entdeckungsgetrieben einstufen.Suchimpressionen der Kategorie beim Händler; Anteil der Umsätze im eigenen Shop aus Markensuchen.Jede Linie hat eine schriftliche Einstufung, bevor Budget verschoben wird.
Bei einer suchgetriebenen Linie für sechs Wochen einen festen Anteil des Social-Budgets auf Sponsored Products verlagern.Gesamter Deckungsbeitrag über beide Wege, nicht die gemeldete Rendite der einzelnen Kanäle.Der gemeinsame Deckungsbeitrag steigt gegenüber den vorangegangenen sechs Wochen, saisonbereinigt.
Beim Netzwerk eine Kontrollgruppe oder eine Auswertung mit gematchten Märkten für die beworbenen Produkte anfragen.Inkrementelle Händlerumsätze, abzüglich der Händlermarge.Der inkrementelle Deckungsbeitrag deckt die Mediakosten.

Kategorie-Check: zuerst Retail Media oder Social

Je mehr Zeilen in eine Richtung zeigen, desto stärker spricht es dafür, diesen Kanal zuerst zu testen.

Signale nach Produktkategorie
SignalSpricht für Retail MediaSpricht für Paid Social
Käufer suchen die Kategorie beim HändlerHäufigSelten
Produkt gelistet, vorrätig, für Anzeigen berechtigtJaNicht gelistet
Marge über den Händler nach GebührenNah am eigenen ShopDeutlich niedriger als im eigenen Shop
Wert der eigenen KundenbeziehungGering (Einmalkauf)Hoch (Abo, Wiederkauf)
Erklärungsbedarf im WerbemittelGeringHoch

Bezug zu unserer Methode: Bei der Wirtschaftlichkeit ansetzen

Quellen

  1. Walmart Sponsored Search for Marketplace sellers, Walmart Marketplace, abgerufen
  2. A Beginner's Guide to Walmart Sponsored Products (published 2020), Walmart Connect, abgerufen
  3. Sponsored Products, Amazon Ads, abgerufen
  4. IAB/MRC Retail Media Measurement Guidelines, IAB and Media Rating Council, abgerufen
  5. Guidelines for Incremental Measurement in Commerce Media, IAB, abgerufen
  6. About attribution models and attribution settings, Meta Business Help Center, abgerufen
  1. E-Commerce, Global

    Warum der Plattform-ROAS den Gewinn überzeichnet

    Der Plattform-ROAS teilt den Umsatz, den sich eine Werbeplattform selbst zuschreibt, durch die Mediakosten. Er lässt Warenkosten, Versand, Zahlungsgebühren und Erstattungen aussen vor, zählt Umsätze innerhalb des plattformeigenen Attributionsfensters und sagt nichts darüber, ob der Verkauf auch ohne die Anzeige zustande gekommen wäre. Im folgenden Rechenmodell verdient ein Konto mit einem gemeldeten ROAS von 4,0 Geld, wenn jeder zugeordnete Verkauf neu ist, und verliert Geld, wenn es 60 % davon sind. Budgetentscheidungen sollten auf dem Deckungsbeitrag nach Mediakosten beruhen, gemessen gegen eine Kontrollgruppe.

    Google Ads, Performance Max, Meta Ads, Amazon Ads

  2. E-Commerce, Global

    Marktplatzanzeigen oder eigener Shop

    Marktplatzanzeigen stehen neben einem Kaufbutton, dem Käufer bereits vertrauen, und konvertieren daher oft besser als Traffic, der in den eigenen Shop einer Marke geleitet wird. Der Marktplatz zieht dafür bei jeder Bestellung eine Verkaufsprovision ab und behält die Kundenbeziehung. Kampagnen für den eigenen Shop kosten pro Bestellung mehr an Mediakosten, sichern aber die Marge und die Kundendaten. Die Entscheidung hängt pro Produkt an wenigen Zahlen: Provisionssatz, Werbekosten pro Bestellung und die Conversion-Rate im eigenen Shop, bei der beide Wege gleich viel einbringen.

    Amazon Ads, Marktplatz-Werbung, Shopping, Google Ads

  3. Branchenübergreifend, Vereinigte Staaten

    US-Datenschutzregeln für Werbetreibende 2026

    Die USA haben weiterhin kein bundesweites Datenschutzgesetz, doch die Landkarte der Bundesstaaten ist 2026 erneut gewachsen. Die Gesetze in Indiana, Kentucky und Rhode Island traten am 1. Januar in Kraft, womit nun zwanzig Bundesstaaten umfassende Datenschutzgesetze haben. Kaliforniens aktualisierte CCPA-Verordnungen, ebenfalls seit dem 1. Januar 2026 wirksam, ergänzen Risikobewertungen, Cybersicherheitsaudits und Rechte im Zusammenhang mit Technologien für automatisierte Entscheidungen. Für Werbetreibende besteht die praktische Arbeit darin, Opt-outs für zielgerichtete Werbung in jedem Bundesstaat umzusetzen, in dem sie Kunden haben, und zu dokumentieren, wie Zielgruppendaten genutzt werden.

    Google Ads, Meta Ads, Connected TV und OTT, Retail Media

Machen Sie aus dem Briefing einen Mediaplan für Ihr Konto

Der Planer bewertet jeden Kanal für Ihren Markt, Ihre Branche, Ihr Ziel und Ihr Budget und weist Service-, Einrichtungs- und Mediakosten in getrennten Zeilen aus.

Plan erstellenKontakt